20 September 2017    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   Saubere Hände PröllFall Schachiner
Druckansicht generelle Unschuldsvermutung


Dr. Memo Schachiner

Dr. Schachiner erwarb eine Liegenschaft mit baufälligem Baubestand in Sigmundsherberg. Mit jahrelanger liebevoller Arbeit hat er das Gebäude Instand gesetzt. Begleitet wurde dies Arbeit durch Behördeninterventionen die auf Grund der Dichte und der Art und Weise den Eindruck von massiven Schikanen erwecken.

 

Dr. Schachiner lebt seit 1971 in Österreich, wurde Österreicher und hat hier seinen Platz in der Gesellschaft gefunden für die er wertvolle Beiträge liefert.


Hier ist Dr. Schachiner zu sehen bei dem international aufgeführten Theaterprojekt Opens external link in new window"Flugpunkt!" das unter anderem Ankara/Türkei, NÖ ( z.B. Wald4tler Hoftheater in Pürbach ) Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien aufgeführt wurde.

 

Dr. Memo Schachiner

Musiker, Schauspieler, Grafiker, politisch verfolgt   -  Österreicher mit türkischen Wurzeln  -  lebt seit 42 Jahren in Österreich.


   
 

Ich heiße Memo Guenesch Schachiner.

 

Ich bin am 27 Juni 1948 in Istanbul geboren.

Ich bin kurdisch/ griechischer Abstammung.

 

Meine schulische Ausbildung begann in der Zihni Pascha Volksschule in Erenköy/ Istanbul.

Dort wurde entdeckt, daß ich ein Geniekind war und ich litt unter dieser Definition gebührend.

Meine Familie war nach außen ziemlich abgeschlossen.

Ich wurde in den traditionellen Kulturen meiner Eltern erzogen. In der Schule konnte ich mich an die offizielle Staatsideologie nicht anpassen.

 
 
In der Volksschule mußte ich lernen, daß ich in dem Land, wo ich geboren bin, ein unerwünschter Fremder war.
Dank der Wurzeln meiner Eltern, sowie dank meines Lebens in Istanbul, lernte ich neben den türkisch-, kurdisch-, griechischen Volksmusikkulturen
 
   
auch die Musik der alevitischen, sünnitischen und orthodoxen Religionen kennen und lieben.
Vor allem von meiner Tante, die Laute spielte und eine schöne Stimme hatte, begann ich die Kunstmusik des osmanischen Hofes zu lernen.
 
In jungen Jahren lernte ich Saz und Djura (kurdische Volksinstrumente) spielen. Ich bekam Violineunterricht in der europäischen Kunstmusik.

Da ich mich an die offizielle Staatsideologie nicht anpassen konnte, wurde ich nach kurzen Besuchen der Reihe nach von den Mittelschulen Kozyatagi, Haydarpascha und Pendik, entfernt.

Ich bekam ein Ausbildungsverbot.

Ab meinem 16. Lebensjahr wurde ich ein Straßenkind. Um überleben zu können übte ich die Künste der Schuhputzerei, Lastträgerei, Straßenverkäuferei usw. aus.

1964-67: Studierte ich am Istanbuler Konservatorium.

1965 übte ich in der Kadiköy Bezirksgruppe der Arbeiter Partei der Türkei - als Bodenzusammenkehrer und Abziehmaschinenputzer - meine ersten politischen Funktionen aus. 1966 wurde ich wegen meiner Ansichten über Sexualität und Nationalität von der Partei ausgeschloßen.

1966- 1968: Spielte ich im "Oraloglu Theater".

Ich begann meinen Unterhalt als Übersetzer, Schauspieler, Werbegrafiker, Comic - Zeichner, Karikaturist und Musiker zu verdienen.

Nachdem die SchülerInnen meines Jahrgangs die Mittelschule abgeschlossen hatten, bekam ich die Bewilligung für eine Außenseiterprüfung.

1967 schloß ich in 20 Tagen die Mittelschul-Ausbildung ab und nahm an den Universitäts-Aufnahmeprüfungen teil. Bis 1971 studierte ich an der Ökonomischen Fakultät der Istanbuler Universität, wo ich bei der Aufnahmeprüfung unter über 30.000 Kandidaten und Kanditaninnen den vordersten Platz bekam.
Ich war in der Föderation der Sozialistischen Ideen Clubs (SFKF) und Revolutionäre Jugend (Dev Genc) - legendäre Organisationen der 68´er Revolte - tätig.
 
1967-69: Studierte ich am Language and Cultur Center.
1969-71: Spielte ich am Volksschauspieler - Theater.
Mit Wanderbühnen war ich in der Türkei unterwegs. An den Abenden spielte ich Saz und sang Volkslieder.
Ich übersetzte einige Bücher von V. I. Lenin und F. Castro in türkische Sprache und veröffentlichte sie. Ich redaktierte die Zeitschrift Dogu (=Ost), die sich mit der kurdischen Frage ausseinandersetzte. Veröffentlichte meine Gedichte.
 

Ich machte Forschungsreisen in fast alle Gebiete der Türkei, die mehrheitlich von den Kurden und oder Aleviten bewohnt waren. So schrieb ich mehrere Hefte über traditionelle volkstümliche Musik, Tänze und Spiele. Bei meinem Abschied von der Türkei war ich gezwungen, diese Arbeiten zurückzulassen.

Meine Schriftstellertätigkeit wurde am Istanbuler Kriegsrechtsgericht mit der Forderung nach 56 Jahren Gefängnisstrafe behandelt.

1971 war ich nach dem Militärputsch gezwungen, die Türkei zu verlassen.

 

 

 

über mein leben, memo in österreich

 
Seit 1971 lebe ich in Österreich, wo ich Zuflucht fand.
In Österreich wurde ich zu einem illegalen Ausländer gekürt, der neben dem Donaukanal schlief und sich aus Mistkübeln ernährte. In kurzer Zeit war ich genügend an das Land angepaßt, daß ich die Möglichkeit zu überleben hatte, indem ich mein Blut verkaufen bzw. chemische Experimente an meinem Körper machen lassen durfte.
Dank eines Wiener Juden, der den II. Weltkrieg als Flüchtling überlebte, bekam ich das Recht zu arbeiten (Foto: aus meinem ersten Fremdenpass in 1973).
So arbeitete ich in Metall- und Textilfabriken als Hilfsarbeiter (= sprich: Lastentier). Ich lernte die Berufe Maurer, Bautischler und Bauelektriker.
 
Ich arbeitete bei Agenturen als Werbegrafiker und lernte den Beruf des Druckers. 13 Jahre arbeitete ich als Grafiker und Siebdrucker in meinem eigenen Atelier, Memograf.
In Wien nahm ich in Musik und Gesang Privatunterricht. Stellte meine Grafiken aus, las meine Lyrik in öffentlichen Lesungen, sang bei Liederabenden östliche wie westliche Musik. Auch in Wien arbeitete ich für verschiedene Zeitschriften, Kurdisches Informationsblatt, Kultur- Direkt usw., als Autor und Redakteur. An der Wiener Universität studierte ich Philosophie, Orientalistik und Musikwissenschaft.
Ab 1984 beschäftigte ich mich als Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Komponist mit dem Kinofilm (Foto:1984, eine Woche bevor ich mein Atelier aufließ).
Bis heute sang ich über 200 Konzerten kurdische und türkische Volksmusik, Jazz , europäische Klassik und Kunstmusik des osmanischen Hofes und/ oder leitete die jeweiligen Formationen.
 
 

1986 gründete ich in Wien den kurdischen Volksmusikchor und leitete ihn.

1989 gründete ich The Big Band of Sabotage Cooperation (18 Mitglieder) und leitete sie.

 
1990 gab ich alle Brotberufe auf und beschäftige mich seit dieser Zeit nur mit Musik.
 
 
1991gründete ich das Hasret Ensemble, das ich noch immer leite.
 
 
Derzeit bin ich als Komponist, Ensembleleiter, Sänger (Bass), und Stimmbildner tätig.
 
 
   
 
Neben meiner Arbeit in der Musikpraxis setze ich auch meine Tätigkeit als Musikforscher fort, welche ich in jungen Jahren begann. 1990 gründete ich das 53-Tonsystem, welches die Oktave in 53 Intervalle teilt und baute in diesem System gestimmte Musikinstrumente. Erfand das Instrument Maragophon.
 
Seit 1999: Mehrere Förderungen der Stadt Wien, Abt. für Wissenschafts-
und Forschungsförderung, für musikwissenschaftliche Forschung.
 
 
2001: Forschungsbeauftragter des Österreichischen Volksliedwerkes.
 
 
2002: Forschungsförderungen durch Jubiläumsfonds der Österreichischen
Nationalbank für Wissenschaftsförderung,
Hochschuljubiläumsfonds der Stadt Wien für Wissenschaftsförderung und Wissenschafts- und Forschungsförderung des Kulturamts der Stadt Wien.
 
 
2002- 2005: Forschungsbeauftragter des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien.
 
 
2006: Leiter der "Sercavan, Kurdischen Filmtage" in Wien.
 
 
2007: Leiter des Internationalen Symposiums "West- Östlicher Einklang, Modi/ ichoi/ Maqamat".
 
 
 
Ich bin österreichischer Staatsbürger. Ich bin in Österreich mit der Zeit seßhaft geworden, verwurzelt.

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